NEU: Vielfalt begleiten: Regenbogenfamilien und psychische Gesundheit in der frühen Kindheit
Queere Lebens- und Familienformen sind Teil der sozialen Realität, auch im Arbeitsalltag von Fachpersonen der frühen Kindheit. Regenbogenfamilien – Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder queer versteht – leben in vielfältigen Konstellationen und werden zunehmend sichtbar. Fachpersonen gehen davon aus, dass in der Schweiz bis zu 30’000 Kinder in Regenbogenfamilien aufwachsen, etwa aus früheren heterosexuellen Beziehungen, durch Samenspende, Co-Parenting-Modelle oder Adoption.
Hebammen, Mütter-/Väterberatende und Pflegefachpersonen begegnen queeren Eltern häufig bereits frühzeitig und nehmen damit eine zentrale Rolle in der Begleitung ein. Trotz wachsender gesellschaftlicher Akzeptanz sind queere Eltern weiterhin mit rechtlichen Unsicherheiten, institutionellen Barrieren und Diskriminierungserfahrungen konfrontiert. Nationale Erhebungen wie die Swiss LGBTIQ+ Panel-Studie zeigen, dass LGBTIQ+ Personen in der Schweiz deutlich häufiger Benachteiligung sowie gesundheitliche Ungleichheiten erleben als die cis-heterosexuelle Mehrheitsbevölkerung. Internationale Studien belegen zudem ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen, Stress- und Depressionssymptome, was sich auch in der frühen Elternschaft auswirken kann. Diese Belastungen betreffen nicht nur einzelne Eltern, sondern beeinflussen familiäre Beziehungen und die frühe Entwicklung von Kindern. Für Fachpersonen der frühen Kindheit bedeutet dies, queere Elternsituationen sensibel wahrzunehmen und im Kontext von Minority Stress, Diskriminierung und gesellschaftlichen Normen zu verstehen.
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Zielgruppe:
Diese Fortbildung richtet sich an Fachpersonen aus dem Bereich frühe Kindheit wie z.B. Hebammen, Pflegefachfrauen, Elternberater:innen, Spitex-Mitarbeitende und weitere Fachpersonen, die (werdende) Eltern professionell beraten, begleiten und unterstützen.
Inhalt:
Die Fortbildung vermittelt Grundlagen zu queeren Lebens- und Familienformen und deren Bedeutung in Schwangerschaft, Geburt und früher Elternschaft. Sie sensibilisiert für Diskriminierungserfahrungen, Minority Stress und deren mögliche Auswirkungen auf elterliche psychische Gesundheit und familiäre Beziehungen. Teilnehmende reflektieren eigene Haltungen und lernen, eine gendersensible und inklusive Sprache im Berufsalltag anzuwenden. Anhand praxisnaher Beispiele werden typische Fragestellungen und Unsicherheiten in der Begleitung queerer Eltern aufgegriffen. Ziel ist es, Fachpersonen in ihrer Handlungssicherheit zu stärken und eine wertschätzende, ressourcenorientierte Begleitung von Regenbogenfamilien zu fördern.
Referentin:
Dr. phil. Fabienne Forster, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, ist Co-Leitung der LGBTQ-Sprechstunde am Ambulatorium St. Gallen der Psychiatrie St. Gallen. Sie promovierte an der Universität Zürich und ist Fachreferentin für postpartale Depression der Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich. Seit September 2025 arbeitet sie selbstständig in eigener Praxis, mit dem Schwerpunkt auf peripartale psychische Störungen und queersensible Psychotherapie.
Datum:
Freitag, 30.10.2026, 08:30 bis 12:00 Uhr
Ort:
Die Weiterbildung findet per Videokonferenz über «zoom» statt. Nach Ihrer Anmeldung für einen Termin erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung eine E-Mail mit Ihren Zugangsdaten sowie den Unterlagen für die Weiterbildung.
Kosten:
Mitgliedschaft Periparto «Fachperson frühe Kindheit»: 105 Fr.
Mitglieder SHV: 105 Fr.
Nicht-Mitglieder: 150 Fr.
(Sie möchten Periparto-Mitglied werden? Zur Anmeldung)
Die Weiterbildung wird nur bei einer Mindestanzahl von 20 Teilnehmenden durchgeführt. Abmeldungen ab 7 Tage vor Kursbeginn werden zu 100% verrechnet. Mit diesem Betrag werden jedoch nicht nur die Kosten für die Fortbildung gedeckt. Sie ermöglichen den Betroffenen damit auch weiter eine persönliche und kostenlose Anlaufstelle in der gesamten Schweiz, die sie in einer Krise rund um eine Geburt mit einem grossen Netzwerk aus spezialisierten Fachpersonen, wertvollen Austauschmöglichkeiten und hilfreichen Informationen unterstützt. Zudem finanzieren wir damit unsere Flyer und andere Kommunikationsmittel, die zur Aufklärung und Entstigmatisierung einer psychischen Belastung beitragen.
Teilnahmebestätigung und Weiterbildungspunkte:
Alle Teilnehmenden erhalten nach der Veranstaltung eine Bestätigung. Es sind jeweils 3 Punkte beim SHV (Schweizerischer Hebammenverband), BSS (Schweizerischer Berufsverband der Still- und Laktationsberaterinnen) sowie SBK (Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner) für diese Veranstaltung beantragt.
Anmeldung:
Über das folgende Formular können Sie sich für diese Fortbildung «Vielfalt begleiten: Regenbogenfamilien und psychische Gesundheit in der frühen Kindheit» anmelden.


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