NEU: Traumatisch erlebte Geburt: Gründe, psychische Folgen sowie frühe Interventionsmöglichkeiten
Forschung der Universität Lausanne (UNIL) und des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) zeigt, dass etwa ein Drittel der Frauen ihre Geburt als traumatisch erlebt und ein Teil davon längerfristige Stresssymptome entwickelt – darunter inneres Wiedererleben (z.B. in Form von Flashbacks), das über Monate bestehen bleiben kann. Dabei kommen Bilder, aber auch Körpererinnerungen und Gefühle von der Geburtssituation wieder hoch. So werden Todesängste (bezogen auf sich selbst oder das des Kindes) oder Szenen unter der Geburt erneut durchlebt: „Die Bilder und Szenen der Geburt lassen mich nicht mehr los.“ berichten Betroffene. Weitere Symptome, wie eine ausgeprägte vegetative Erregbarkeit, können, insbesondere angesichts der Anforderungen der frühen Elternschaft, zu enormen Leidensdruck führen.
Traumatisch erlebte Geburten können bei Müttern wie bei Vätern und allen Co-Eltern intensive Stressreaktionen bis hin zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auslösen. Eine frühzeitige Identifikation sowie gezielte Interventionen können dazu beitragen, psychische Folgen dieses Erlebens zu reduzieren und den Leidensweg der Betroffenen zu verkürzen.
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Zielgruppe:
Diese Fortbildung richtet sich speziell an psychiatrisch, psychologisch und psychotherapeutisch tätige Fachpersonen, die Klient:innen ambulant und/oder stationär behandeln.
Inhalt:
Diese Fortbildung vermittelt Fachpersonen evidenzbasierte Grundlagen zur PTBS nach traumatisch erlebter Geburt, zeigt deren Erkennungsmerkmale, traumasensibel formulierte Ansprachestrategien, frühzeitige Interventionsmassnahmen sowie praxisnahe Unterstützungsmöglichkeiten und Anlaufstellen, damit betroffene Eltern professionell behandelt werden können. Der theoretische Teil der Fortbildung wird durch den Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter aus unserer Organisation ergänzt, der einen Einblick in die tiefe psychische Belastung einer traumatisch erlebten Geburt bietet. Kleingruppen bieten die Möglichkeit, zusätzliche Fallbeispiele und Behandlungserfahrungen mit betroffenen Klient:innen gemeinsam zu besprechen und zu reflektieren.
Referentin:
Prof. Antje Horsch ist klinische Psychologin und Professorin am Institut universitaire de formation et de recherche en soins (IUFRS) der Universität Lausanne (UniL) sowie Forschungswissenschaftlerin am Universitätsspital Lausanne (CHUV). Zudem leitet sie die Lausanne Perinatal Research Group. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Auswirkungen von Stress und Trauma in der Peripartalzeit auf die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern sowie auf die Entwicklung früher Interventionen. Zudem ist sie Präsidentin der International Society of Reproductive and Infant Psychology und Vorsitzende der Swiss Perinatal Research Special Interest Group. Prof. Antje Horsch hat über 160 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und zahlreiche Nachwuchsforschende in der Schweiz betreut.
Datum:
Mittwoch, 18. November 2026, 08:30 - 12:30 Uhr
Ort:
Die Weiterbildung findet per Videokonferenz über «zoom» statt. Nach Ihrer Anmeldung für einen Termin erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung eine E-Mail mit Ihren Zugangsdaten sowie den Unterlagen für die Weiterbildung.
Kosten: 180 Fr.
Die Weiterbildung wird nur bei einer Mindestanzahl von 20 Teilnehmenden durchgeführt. Abmeldungen ab 7 Tage vor Kursbeginn werden zu 100% verrechnet. Mit diesem Betrag werden jedoch nicht nur die Kosten für die Fortbildung gedeckt. Sie ermöglichen den Betroffenen damit auch weiter eine persönliche und kostenlose Anlaufstelle in der gesamten Schweiz, die sie in einer Krise rund um eine Geburt mit einem grossen Netzwerk aus spezialisierten Fachpersonen, wertvollen Austauschmöglichkeiten und hilfreichen Informationen unterstützt. Zudem finanzieren wir damit unsere Flyer und andere Kommunikationsmittel, die zur Aufklärung und Entstigmatisierung einer psychischen Belastung beitragen.
Teilnahmebestätigung und Weiterbildungspunkte:
Alle Teilnehmenden erhalten nach der Veranstaltung eine Teilnahmebestätigung.
Beantragte Credits:
SGPP – Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie:
FSP – Föderation der Schweizer Psychologinnen:
SBAP – Schweizerischer Berufsverband für Angewandte Psychologie:
Anmeldung:
Über das folgende Formular können Sie sich für diese neue Fortbildung «Traumatische Geburt und psychische Folgen: Geburtsbezogene PTBS erkennen und therapeutisch begleiten» anmelden.


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