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Antidepressiva

Bei Depressionen verändern sich gewisse Regelkreise und Muster im Gehirn. Antidepressiva versuchen, diese Veränderung rückgängig zu machen, indem sie die Rezeptoren für Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin beeinflussen.

Eine einzelne Tablette eines Antidepressivum hat keine stimmungsaufhellende Wirkung, höchstens – je nach Präparat – eine beruhigende. Die eigentliche antidepressive Wirkung tritt erst auf, wenn man das Medikament während einer bis drei Wochen eingenommen hat; bei Angst- und Zwangsstörungen erst nach ungefähr 6 Wochen. Da durch eine einzelne Tablette kein Wohlgefühl hervorgerufen wird, machen Antidepressiva auch nicht abhängig.

Die Behandlung mit einem Antidepressivum sollte mindestens drei bis sechs Monate dauern und erst beendet werden, wenn alle Symptome der Depression verschwunden sind. Dabei ist es wichtig, sich genau an die ärztliche Dosierung zu halten. Ein Antidepressivum sollte nur in Absprache mit der Ärztin und nicht auf einen Schlag abgesetzt werden, sondern nach und nach reduziert werden. Sonst besteht die Gefahr eines Rückfalls.

Bei postpartalen Depressionen werden meistens Antidepressiva von Typ Trizyklika oder SSRI eingesetzt. Die älteren Trizyklika wirken in der Regel schwächer und haben mehr Nebenwirkungen als die neueren SSRI, dafür verfügt man bei den Trizyklika über mehr Erfahrung, so dass sie teilweise auch stillenden Müttern verschrieben werden. Allerdings gab und gibt es in letzter Zeit zahlreiche Studien zu SSRI, so dass sich die Erkenntnisse aus der Forschung laufend verändern. Es lohnt sich, bei Ihrer Ärztin nachzufragen, ob sie diesbezüglich auf dem neusten Stand ist.

Neben den synthetischen Antidepressiva gibt es auch solche auf pflanzlicher Basis, z.B. Johanniskrautpräparate. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass die Wirkung von Johanniskraut nach etwa 6 Wochen ausgereizt ist. Bei schweren Depressionen scheint die Wirksamkeit zu gering zu sein. Siehe dazu auch Naturheilmittel.

Es gibt zahlreiche in der Schweiz zugelassene Antidepressiva, und manchmal muss man mehrere davon ausprobieren, bis man das richtige findet, da die Wirkung nicht bei allen Menschen gleich ist.